Straßenbahnlinie Hubland Würzburg 

 
Wettbewerb

2. Preis Kardinal-Fauhlhaberplatz

 

2. Preis Geschwister-Scholl-Platz

             

2. Preis Joseph-Stangl-Platz

3. Preis Barbarossaplatz               mit GTL Landschaftsarchitekten

Das Projekt begleitet den Neubau einer Straßenbahnlinie durch die Würzburger Innenstadt in den neuen Stadtteil Hubland mit einer umfassenden Neugestaltung der angrenzenden Freiräume und Plätze. Die Neuordnung der Verkehrsinfrastruktur wird als Chance genutzt, bestehende Defizite in Aufenthaltsqualität, Klimaresilienz, Nutzungsvielfalt und Vernetzung zu beheben und zentrale Stadträume zeitgemäß zu transformieren.Entlang der Trasse entstehen differenziert gestaltete Plätze mit eigenem Charakter, die den Menschen und nachhaltige Mobilität in den Mittelpunkt stellen. Bestehende verkehrsplanerische Vorgaben werden integriert und weiterentwickelt. Durch eine standortgerechte Begrünung und den gezielten Einsatz von Großbäumen entsteht eine ausgewogene Abfolge aus offenen, steinernen und intensiv begrünten Stadträumen, die die Innenstadt funktional und gestalterisch nachhaltig aufwerten.

Geschwister-Scholl-Platz

 
Der Geschwister-Scholl-Platz wird als bedeutender Stadtraum zwischen Amtsgericht, Universität und Ringpark durch die neue Straßenbahnhaltestelle weiter aufgewertet. Durch die Neuordnung der Verkehrsflächen öffnet sich der Platz und gewinnt an räumlicher Klarheit und Aufenthaltsqualität. Ein lichter Rasterhain überzieht die gesamte Platzfläche, stärkt die Vernetzung mit dem Ringpark und macht den Platz eindeutig ablesbar.

Die Grundstruktur bilden Flächen aus wassergebundener Wegedecke und Pflanzflächen, die sich zum Universitätsgebäude orientieren und durch Sitzelemente zu einem Treffpunkt ergänzt werden. Prägende Wegeverbindungen sorgen für klare Orientierung. Ein integriertes Regenwassermanagement ermöglicht Versickerung, Verdunstung und Retention auf dem Platz.
Das Café „Brotzeitstube“ mit integriertem öffentlichem WC belebt den Platz zusätzlich. Der Baukörper ist als zurückhaltender Riegel ausgebildet, orientiert sich zum Platz und öffnet sich mit transparenten Fassaden zum Ringpark. Materialität und Gestaltung nehmen Bezug auf den Platzbelag. Insgesamt übernimmt der Geschwister-Scholl-Platz eine zentrale Rolle als Gelenkraum, Entrée zum Ringpark und identitätsstiftende Adresse im Stadtraum.

Kardinal-Faulhaber-Platz

 

Der Kardinal-Faulhaber-Platz wird durch erweiterte Platzgrenzen zu einem klar gefassten, stadträumlich bedeutenden Platz entwickelt. Die Gestaltung orientiert sich an der neuen Straßenbahnhaltestelle und dem Theater und wird von einem grünen Rahmen aus Bäumen und Pflanzflächen gefasst, der sich zum Theater hin öffnet. Zur Platzmitte hin lockert sich die Begrünung und schafft Raum für ein zentrales Wasserspiel mit Sitzkanten als identitätsstiftendes Zentrum.
Der Platz schirmt sich gegenüber den Verkehrsflächen ab und öffnet sich gezielt an wichtigen Verbindungen, insbesondere entlang einer promenadenartigen Zone an der Tramhaltestelle. Hochwertige Materialien, Staudenpflanzungen und Retentionsflächen unterstützen ein nachhaltiges Regenwassermanagement. Das Kiosk „Bratwursthäusle“ ist als integriertes Platzelement gestaltet und nimmt in Form und Material Bezug auf Platz und Theater. Insgesamt entsteht ein grüner Stadtplatz mit parkartigem Charakter und kühlendem Mikroklima.

Barbarossaplatz 

 

Der Barbarossaplatz wird als zentrales Gelenk zwischen Kaiserstraße, Juliuspromenade und Theaterstraße zu einem klar gefassten Gleisdreieck umgestaltet und in seiner Funktion als Verkehrsknotenpunkt gestärkt. Gleichzeitig entsteht ein robuster Stadtplatz mit hoher Aufenthaltsqualität, der wichtige Sichtbeziehungen in den umgebenden Stadtraum aufnimmt und betont. Bestehende Bäume werden integriert und durch punktuelle Neupflanzungen ergänzt, während großzügige Aufenthaltselemente den Platz als innerstädtischen Treffpunkt strukturieren.
Ein durchgängiger Belag aus Natursteinplatten definiert den Platzraum und schafft einen fließenden Übergang zur Theaterstraße, die als Fußgängerzone mit gleichem Material weitergeführt wird. Der Belag setzt sich über den Spitalplatz fort und ordnet dessen Platzkanten neu, während das historische Spital durch einen umlaufenden Kleinsteinpflasterteppich hervorgehoben wird. Insgesamt entsteht ein zusammenhängender Stadtraum, der Verkehrsfunktion, Orientierung und Aufenthaltsqualität miteinander verbindet.

Joseph-Stangl-Platz 

 

 Der Josef-Stangl-Platz wird durch die Reduzierung der Verkehrsflächen vergrößert und als zusammenhängender Stadtraum neu gefasst. Dadurch erhält die Kirche St. Michael einen angemessenen, gut nutzbaren Vorplatz mit hoher Aufenthaltsqualität. Der Platz weitet sich über die angrenzenden Straßen hinweg aus und bindet die Flächen zum Hofgarten mit ein, wodurch ein neues Entrée zum Hofgarten entsteht.

Die Platzfläche vor der Kirche bleibt weitgehend frei von Baumpflanzungen, um den Kirchenbau klar im Stadtraum zu inszenieren. Ein einzelner Solitärbaum schafft in Kombination mit einem großzügigen Aufenthaltselement einen schattigen Aufenthaltsbereich. Die bestehenden Großbäume am Hofgarten bleiben erhalten und werden in Pflanzflächen integriert, sodass das Parkmotiv in den Stadtraum übergeht.
Die Zufahrt zur Domerschulstraße ist dem Fuß- und Radverkehr untergeordnet und wird durch Bankelemente räumlich gefasst. Aufenthaltsbereiche werden durch wassergebundene Wegedecken markiert, während ein Kleinsteinpflaster dem Platz eine klare Struktur gibt und einen historischen Bezug zur Kirche herstellt. Insgesamt wird der Platz klar ablesbar und verbindet die bislang zerschnittene Stadtstruktur zum Hofgarten hin.